Unterrichtsmethoden im naturwissenschaftlichen Unterricht

Sie befinden sich hier: Homepage > Unterrichtsmethoden > kooperatives Lernen > Methoden des kooperatives Lernens

Navigation Unterrichtsmethoden

 
kooperatives Lernen
Theoretische Grundlagen
Methoden
Leistungsbewertung
Stationenlernen
Gruppenpuzzle
Lern-Sandwich
offener Unterricht
projektorientierter
Unterricht
SOL
 
Anwendungs- beispiele
 

  Think - Pair - Share  

gelten als die ritualisierten Schritte des kooperativen Lernens nach Norm & Kathy Green. Dieser Dreischritt - von der Einzelarbeit über die Partnerarbeit hin zur Präsentation - stellt die Grundmethode für das kooperative Lernen dar. Sie ist eingebunden in ein Lernarrangement, welches mit der Bildung von Zufallsgruppen beginnt, anschließend die Arbeitsorganisation regelt, die kooperativen Arbeitsphasen durchläuft und mit der Ergebnispräsentation endet.

I Gruppenbildung
Kooperatives Lernen soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, mit jedem Menschen gemeinsam an ein gesetztes Ziel zu kommen. Daher werden zu Beginn des kooperativen Lernens Gruppen nach dem Zufallsprinzip gebildet.
Führt man das kooperative Lernen in einer Lerngruppe neu ein, so bietet sich zu Anfang die Bildung von Zweiergruppen an. Mit der Zeit kann dann auf Vierergruppen durch die Arbeitsphase SQUARE aufgestockt werden.

Gruppenbildung nach dem Zufallsprinzip kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:
- Gruppen auswürfeln
- Gruppenbildung mit Spielkarten, Quartetten
- Gruppenbildung mit Alltagsgegenständen
- .....

II Schülerrollen in der Gruppenarbeit
Sollen die Schülerinnen und Schüler ihr Gesamtergebnis in einer Vierergruppe erzielen, so sollte die Arbeitsorganisation innerhalb der Gruppe geklärt werden. Während der Einführung des kooperativen Lernens wird dies durch die Lehrperson vorgegeben nach dem Verfahren der Numbered Heads: Jedes Gruppenmitglied erhält eine Zahl von 1 - 4. Anschließend wird jeder Zahl eine Gruppenrolle zugeordnet, ohne die eine geordnete Gruppenarbeit nur scheitern kann. Dies können Arbeitsrollen sein wie Leser, Schreiber, Zusammenfasser, Zeitwächter oder Materialbeschaffer sein. Welche vier Rollen für die Gruppenarbeit notwendig sind, hängt vom zu bearbeitenden Arbeitsauftrag ab.
In erfahrenden Lerngruppen reicht es, die die Gruppenrollen vorzugeben. Die Lernenden verteilen dann selbstständig die Arbeitsrollen.

III Think - Pair - Share
Erst jetzt beginnt das eigentliche kooperative Lernen, in dem die Lehrperson den Arbeitsauftrag erteilt und die erste Arbeitsphase (Stillarbeit - THINK) einläutet.
 
1.) THINK (Denken):
Begonnen wird das Kooperative Lernen durch die individuelle Auseinandersetzung mit der Unterrichtsaufgabe / dem Unterrichtsgegenstand in Einzelarbeit. Dabei erarbeitet sich der einzelne Schüler erste Ergebnisse, trifft aber auch durchaus auf offene Fragen und Probleme.
2.) PAIR (Austauschen):
Es schließt sich nach vorgegebener Zeit der Austausch der Ergebnisse an. Dies kann in der Partnerarbeit erfolgen, jedoch ist der Austausch auch durchaus in einer Gruppe bis 4 Personen möglich! Dabei stehen das wechselseitige Ergänzen der Ergebnisse, das Kontrollieren des eigenen Verständnisses im sicheren Kontakt mit den Gruppenpartnern sowie das Klären der offenen Fragen an. Ziel dieser Phase ist die Sicherung eines Endergebnisses. Die damit verbundene Präsentation gilt es abschließend vorzubereiten.
3.) SHARE (Vorstellen):
Erst in der dritten Phase erfolgt der Schritt in die Klassenöffentlichkeit: Eine Person präsentiert stellvertretend für die jeweilige Gruppe die Ergebnisse. Dies kann in Form von Referaten (klassische Version), aber auch mittels Museumsgang, Vernissage oder Lernplakaten erfolgen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Vielfach hat sich ergeben, dass zwischen der 2. und 3.Phase eine zusätzliche Phase eingefügt wird:

Square (Bildung Vierergruppe):
Nach dem Austausch in der Zweiergruppen treten nun jeweils zwei Zweiergruppen zusammen, um sich über die Ergebnisse der Arbeitsphasen auszutauschen. Zumeist ist diese Gruppe durch die Tischanordnung im Vorfeld vorgegeben.
Diese Vierergruppen bereitet dann die Präsentation vor. 


IV Die Präsentation
Wichtiger Bestandteil des kooperativen Lernens ist die abschließende Präsentation, bei der die Arbeitsergebnisse vorgestellt werden! In der Regel können nicht alle Gruppen ihre Ergebnisse darstellen - auch im "kooperativen Regelunterricht" besteht dieses Problem. Es gibt jedoch verschiedenste Formen, wie eine größere Anzahl von Gruppen zur Präsentation kommen dürfen und müssen (z.B. Museumsgang). Voraussetzung dafür ist, dass alle Gruppenmitglieder unabhängig voneinander präsentieren können.
Auch hier gilt die Devise, dass im Vorfeld der bzw. die Präsentatoren unbekannt sind. Erst kurz vorher werden diese durch das Zufallsprinzip ausgewählt - auch hier gibt es vielfältige Methoden (Auswürfeln, demokratischer Zeigefinger ....)!


Methodische Vielfalt bei den Lernarrangements
Es gibt viele verschiedene Methoden des kooperativen Lernens, wobei alle auf dem TPS-Grundprinzip aufbauen.
Die bekanntesten Verfahren sind das Mini-Jigsaw, das Gruppenpuzzle (= Jigsaw), das Kugellager, das Placemat (= Platzdeckchen) und das Lerntempo-Duett. Weitere kooperative Lernmethoden sind die Gruppenrallye, das Gruppenturnier und die strukturierte Kontroverse / Debatte. Details zu diesen Methoden können als PDF-Dokument geladen werden.

  Mini-Jigsaw download    
  Gruppenpuzzle download    
  Gruppenrallye download    
  Placemat download    
  Kugellager download    
  Lerntempoduett download    
  Skriptkooperation download    
  strukturierte Kontroverse download    


Interesse am kooperativen Lernen nach Green geweckt? Dann versuchen sie es doch einfach einmal aus.
Zahlreiche Praxistipps finden sich bei BRÜNING & SAUM (siehe empfehlenswerte Literatur). Mit wenig Text und anschaulichen Beispielen kann man sich hier informieren. Zahlreiche konkrete Anleitungen helfen, innerhalb kürzester Zeit kooperativ im Sinne von Norm & Kathy Green zu unterrichten.



















































    empfehlenswerte Literatur zum Thema:

BRÜNING, L. & T. SAUM (2006): Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen 1 - Strategien zur Schüleraktivierung. Essen
BRÜNING, L. & T. SAUM (2009): Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen 2 - Neue Strategien zur Schüleraktivierung. Essen

HOFFMANN, C. (2009): Eine Klasse - ein Team! Methoden zum kooperativen Lernen. Mülheim an der Ruhr
© Michael Hänsel