Begabungsförderung in der Schule

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  Wissenschaftliche Begabungsmodelle

Das Konzept der multiplen Intelligenzen (Howard Gardner, 1983)

Der amerikanische Intelligenzforscher Howard Gardner hat aufgrund von neurobiologischen und neuropsychologischen Erkenntnissen im Jahr 1983 die Theorie der multiplen Intelligenzen (MI) entwickelt.
Gardner geht davon aus, dass jeder Mensch nicht nur über eine, sondern über aktuell 9 verschiedene Intelligenzen verfügt. Diese Intelligenzsysteme arbeiten unabhängig von einander und können höchst unterschiedlich ausgebildet sein. Kompetentes Handeln ergibt sich somit erst im Zusammenspiel dieser multiplen Intelligenzen.

   



Drei-Ringe-Begabungsmodell (Joseph S. Renzulli, 1978)

Der US-amerikanische Psychologe Joseph S. Renzulli suchte mit einer biografischen Analyse von bekannten Persönlichkeiten Merkmale, welche allen diesesn gemeinsam waren. Im Rahmen dieser Untersuchung fand er drei verschiedene Merkmale:

- Alle Persönlichkeiten hatte in ihrem Spezialgebiet überdurchschnittliche Fähigkeiten.
- Sie vertieften sich mit großem Fleiß und Engagement in ihre Aufgabe.
- Sie alle waren äußerst kreativ.

Aus diesen drei Merkmalen entwickelte Renzulli das Drei-Ringe-Modell. Das Zusammenspiel aller drei Faktoren führt zur Hochleistung, was sich als Begabung ausprägen kann. Diese Interaktion wird mit der Schnittmenge dieser drei Ringe dargestellt.

   



Triadisches Interdependenzmodell (Franz Mönks, 2000)

Die von Joseph Renzulli festgestellten Persönlichkeitsmerkmale reichen gemäß dem holländischen Psychologen Franz J. Mönks bei Heranwachsenden nicht aus, um Begabung oder gar Hochbegabung zu entwickeln. Im Umfeld des Heranwachsenden sind die sozialen Aspekte sehr bedeutsam, weshalb er das Drei-Ringe-Modell in sein triadisches Interdependenz-Modell (auch Mehrfaktorenmodell genannt) erweiterte. Dies wechselseitige Abhängigkeit (= Interdependenz) zwischen hochbegabten Verhalten und Umweltmerkmalen ist dabei kaum zu trennen. 

   




Integrierte Münchner Begabungsmodell (Kurt Heller, 1992) 

Der deutsche Psychologe Kurt Heller definiert Begabung als individuelles, relativ stabiles und überdauerndes Fähigkeits- und Handlungspotenzial, bestehend aus kognitiven, emotionalen, kreativen und motivationalen Bestandteilen, die durch bestimmte Einflüsse weiter ausgeprägt werden können und so eine Person in die Lage versetzen, in einem mehr oder weniger eng umschriebenen Bereich besondere Leistungen zu erbringen.
Das Leistungsverhalten wird in seinem Modell als Produkt von Begabungsfaktoren, nichtkognitiven Persönlichkeitsmerkmalen und Umwelt gesehen. Konsequenzen einer so verstandenen Konzeption des Begabungs- und Leistungsbegriffs sind, dass sich Schule um die Persönlichkeitsentwicklung der ihr anvertrauten Kinder kümmern und den Umweltmerkmalen Beachtung schenken muss, damit aus Fähigkeiten Leistungen werden können. Ausgangs- und ständiger Bezugspunkt für schulische Bildung muss dabei das individuelle Kind und seine allgemeine Entwicklung sein.

   

 




© Michael Hänsel